Wie schreibt man gute Texte?

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Was macht einen guten Text aus?

Verabschiede dich vom Anspruch, einen perfekten Text zu schreiben. Fokussiere dich stattdessen auf das, was dir Freude macht und womit du deiner Leserschaft etwas bieten kannst. Dann schreibst du drauf los. Hier in paar Tipps, worauf du achten kannst und wie du überhaupt den Einstieg in einen Text findest.

Was für ein Ziel verfolgt ein Text?

Es hängt natürlich von der Länge deines Textes ab, nicht immer bringt man alle sechs W unter. Aber für längere Texte, wie z.B. einen Blogbeitrag oder einen ausführlichen Newsletter-Text, solltest du dich wirklich an die W-Regel halten. Sie helfen dir, Struktur in den Text zu bringen.

  1. WER?
    Da geht es darum, wer du bist resp. wer Absender/in des Textes ist. Damit ist nicht gemeint, dass du dich erst vorstellst. Besser ist es, wenn du deine Sicht einfliessen lässt. Oder ein Erlebnis, das mit dem Thema zu tun hast.
  2. WAS?
    Um was geht es? Ein Produkt, eine Dienstleistung, eine Idee, eine Anregung, eine Checkliste, eine Anleitung, einen Event?
  3. WANN?
    Falls dein Beitrag einen zeitlichen Aufhänger hat, z.B. weil es um einen Event oder ein begrenztes Angebot geht, erwähne das unbedingt. Denke auch daran, deine Blogbeiträge ab und an zu prüfen und ggf. zu überarbeiten, damit du einen Aktualitätsbezug schaffen kannst.
  4. WO?
    Da geht es um die geografische Verortung. Wenn zu deiner Marke gehört, dass du beispielsweise besonders in der Region oder in der Schweiz verankert bist, dann erwähne das. Es kann auch sein, dass es mal um eine Abteilung deiner Firma geht, z.B. die Produktion. Auch das ist ein «Wo».
  5. WARUM?
    Hier kommt deine Grundmotivation zum Zuge. Es geht um Positionierung, um deine Werte und deine Leitplanken.
  6. WIE?
    Du zeigst beispielsweise den Prozess auf, der dazu führte, dass jetzt ein Facebook-Beitrag, ein Blog-Artikel, eine Checkliste entstanden ist. Du kannst beispielsweise eine Problemstellung und deine Lösung aufzeigen.

Notiere dir erst einmal zu jeder W-Frage ein paar Stichworte oder Halbsätze. Dann kannst du dein Thema, das du aufgreifen möchtest, besser verorten und bekommst einen Überblick. Und jetzt geht es an den eigentlichen Teil der Arbeit, nämlich an die Erarbeitung eines kurzen oder langen Textes.

Erste Sätze entscheiden über den Erfolg

Ein guter Text fängt mit einem guten Titel oder einem guten ersten Satz an! Dieser weckt die Neugierde und nimmt den Lesenden idealerweise direkt den Ärmel rein. So wie der Klappentext eines Buches.

  • Auf Social Media und überhaupt im Internet kann das eine Frage sein.
  • Oder eine Problemstellung.
  • Oder direkt schon die Lösung.
  • Oder das Versprechen der Lösung.
  • Eine Provokation kann ebenfalls Neugierde wecken. 

Wie man gute erste Sätze schreibt und findet, habe ich in meinem Blogbeitrag «Das Geheimnis erfolgreicher Headlines» erklärt.

Gute erste Sätze oder eben Titel findet man meistens nicht als erstes. Ich fange immer zuerst mit dem Text an. Daraus ergibt sich dann der Titel. Und auch die Zwischentitel. Warum die wichtig sind, erkläre ich weiter unten.

So findest du den Einstieg in deine Texte

Mit den Grundlagen auf die sechs W-Fragen hast du einen guten Start.

Nun schreibst du drauf los. Das müssen keine perfekten Sätze oder Abschnitte sein. Einfach mal das, was du vermitteln möchtest, niederschreiben. Schreibe, was du sagen möchtest. Kein Fach-Chinesisch. Brich deinen Text auf einfache und gut verständliche Aussagen runter.

Oft hilft es auch, einen meistens erstmal trockenen Text mit emotionaleren Einschüben aufzulockern. Erzähle eine Geschichte. Aus deinem beruflichen Alltag oder ein Erlebnis einer Kundin oder was passieren könnte, wenn man xyz tut oder…

Ein Text, der gerne gelesen wird, der lebt! Versuche, mit deinen Worten Bilder in den Köpfen der Lesenden entstehen zu lassen. Stell dir einen Film vor und dein Text ist das Drehbuch dazu. Ein bildhafter Schreibstil hilft.

Setze Zwischentitel

Diese fassen kurz zusammen, um was es gleich gehen wird. Oder sie machen neugierig. Oder sie verdeutlichen eine Aussage.

Stell dir vor, jemand hat nur kurz Zeit. Dieser Jemand stösst auf deinen Text und überfliegt ihn. An den Zwischentiteln bleiben die Augen hängen. Diese geben im Idealfall eine kurze Zusammenfassung des Inhalts wieder. Wenn das interessant ist, liest dieser jemand den gesamten Beitrag. Oder speichert ihn für später ab.

Denke daran: Lebendig schreibt man mit Verben statt mit Nomen!

Statt «Der Versuch wurde unternommen» schreibst du «versuchen».
Statt «Die Zustimmung wurde erteilt» schreibst du «zustimmen».
Schreibe also aktiv und konkret.
Vermeide passive und vage Aussagen.

Sprich ausserdem die Lesenden direkt an.

«Kennst du das, wenn du vor dem noch leeren Text-Dokument sitzt und weisst, jetzt sollte eigentlich ein Blog-Artikel entstehen? Aber anstelle, dass dir die Worte nur so aus den Fingern fliessen, blinkt der Cursor einfach blind vor sich hin und du bist blockiert. Jetzt wäre Inspiration gut. Und eine Anleitung!»

In die Zielgruppe versetzen!

Wir tendieren dazu, aus unserer Sicht zu schreiben. Uns ist vieles klar. Unserem Gegenüber wahrscheinlich nicht. Wir kennen die Zusammenhänge. Unsere Leserinnen und Leser haben Fragezeichen in den Augen.

Anstelle einen sehr umfangreichen Text zu schreiben, der das gesamte Spektrum eines Themas aufgreift, konzentriere dich lieber auf Häppchen. Quasi die einzelnen Mosaiksteine eines Themas. Einerseits hast du so mehr Themen, die du aufgreifen kannst. Andererseits machen wir es den Menschen leichter, die wir mit unseren Inhalten erreichen wollen. Wir erleichtern ihnen den Einstieg in unsere Themen.

Zum Abschluss 9 Punkte, die du beim Texten beachten solltest.

  1. Das Wichtigste zuerst!
  2. Fasse dich so kurz wie möglich und werde so ausführlich wie nötig.
  3. Schreibe aktiv, vermeide passive Formulierungen.
  4. Verwende kurze Sätze, vermeide lange Schachtelsätze.
  5. Setze Zwischentitel mit Aussagekraft.
  6. Bringe Struktur in deine Texte (z.B. mit den sechs W-Fragen).
  7. Steht dein Textentwurf, dann notierst du den Kern. Formuliere daraus den Titel und den Einstieg.
  8. Lies den fertigen Text laut vor. Das hilft ungemein!
  9. Bleibe dich selbst. Es ist noch keine Text-Meisterin vom Himmel gefallen.
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Cristina Roduner

Kommunikation mit Rundumblick bei roduner communications
Mein Steckenpferd ist das Online Marketing und insbesondere Social Media. Ich liebe es, mein Wissen im persönlichen Gespräch und in Kursen sowie Workshops weiterzugeben. Ich unterstütze dich dabei, den für dein Unternehmen richtigen Kanal zu finden und ihn gezielt und mit Strategie zu bewirtschaften. Ob KMU, Einzelfirma, NPO/NGO oder Verein aus der Ostschweiz und der angrenzenden Region, gemeinsam bringen wir deine Online-Präsenz zum Fliegen! Hier im Blog gebe ich Informationen und Wissenshappen weiter. Hast du Fragen? Melde dich ungeniert bei mir!

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